Die perfekte Übersicht zur UEQ-Familie

Artikel Auswahl des geeigneten UX-Fragebogens aus der UEQ-Familie

Kollmorgen, Jessica; Hinderks, Andreas; Thomaschewski, Jörg (2024): Selecting the Appropriate User Experience Questionnaire and Guidance for Interpretation: the UEQ Family. International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence. || Download

Zusammenfassung

Die UEQ-Familie bietet eine flexible Möglichkeit, die User Experience (UX) von Produkten zu messen. Mit den Varianten UEQ, UEQ-S und UEQ+ können unterschiedliche Anwendungsfälle abgedeckt werden. Ziel dieses Artikels ist es, die Vielfalt der verfügbaren Werkzeuge verständlich und zugänglich zu machen, inklusive der Nutzung von Benchmarks, Key Performance Indicators (KPI) und der Importance-Performance-Analyse (IPA).

Hier finden Sie den idealen Einstiegspunkt, um sich in den UEQ, UEQ+ oder UEQ-S einzuarbeiten und der Artikel gibt schon erfahrenen UEQ-Anwender:innen eine gute Übersicht über derzeitige UEQ-Literatur.

Fakten zur UEQ-Familie

UEQ (User Experience Questionnaire)

  • Misst sechs UX-Faktoren: Attraktivität, Durchschaubarkeit, Effizienz, Steuerbarkeit, Stimulation und Originalität.
  • Umfangreiches Werkzeug für detaillierte Analysen, übersetzt in mehr als 30 Sprachen.
  • Kostenlos mit Auswertetool unter https://www.ueq-online.org/

UEQ-S (Short)

  • Kurzversion mit acht Items, von denen 4 Items die pragmatische und 4 Items die hedonische Qualität messen.
  • Es wurden die "am besten passenden" Items aus dem UEQ genommen. Daher ebenfalls in mehr als 30 Sprachen verfügbar.
  • Ideal für den schnellen Einsatz, z. B. nach einem Online-Kauf.
  • Kostenlos mit Auswertetool unter https://www.ueq-online.org/

UEQ+ (Modular)

  • Modular aufgebaut, mit 27 UX-Faktoren wie Vertrauen, Visuelle Ästhetik und Inhaltsqualität.
  • Der eigentliche Fragebogen wird modular (mit 6-7 Faktoren) aus den 27 Faktoren aufgebaut und kann damit sehr gut an das zu messende PRodukt angepasst werden.
  • Perfekt für viele Produkte wie Medizingeräte oder Smart Devices.
  • Kostenlos mit Auswertetool unter https://ueqplus.ueq-research.org/

Hier exemplarisch zwei Abblidungen aus dem Artikel.

UEQ-Benchmark-Darstellung für WhatsApp

Abbildung 12: Benchmark-Darstellung der UX-Faktoren für WhatsApp mit dem UEQ.


UEQ+-Improtance-Rating für WhatsApp

Abbildung 17: Messung der empfundenen Wichgikeit von UX-Faktoren für WhatsApp mit dem UEQ+.


Die Geschichte zum Artikel

Die Messung des Nutzererlebnisses ist heute wichtiger denn je. Produkte sollen nicht nur funktionieren, sie müssen auch begeistern. Doch bei der Vielzahl an Studien und Artikeln zum User Experience Questionnaire (UEQ) fragen sich viele: Wo soll man anfangen? Seit seiner Einführung im Jahr 2006 hat sich der UEQ weiterentwickelt und ist zu einer vielseitigen Werkzeugfamilie gewachsen. Doch diese Vielfalt kann überwältigend wirken – selbst für Fachleute.

Genau hier setzt dieser Artikel an. Die Autoren möchten Orientierung geben und haben einen umfassenden Überblick über die UEQ-Familie geschaffen. Sie stellen nicht nur die klassischen Varianten vor, sondern erklären auch, welche Version für welche Fragestellung am besten geeignet ist.

Die UEQ-Familie wäre jedoch nur halb so nützlich, wenn es nicht praktische Hilfsmittel zur Auswertung gäbe, daher gibt es z jeder Version ein Excel-Tool zur Auswertung, mit denen Unternehmen die Ergebnisse nicht nur statistisch analysieren, sondern auch mit Benchmarks vergleichen können. So wird beispielsweise klar, ob ein Produkt im Vergleich zu über 240 anderen als exzellent oder verbesserungswürdig eingestuft wird.

Dieser Artikel ist mehr als eine Einführung in die UEQ-Familie. Er zeigt, wie man in einer Flut von Informationen den Überblick behält und die passenden Werkzeuge zur Hand hat, um Nutzerfeedback gezielt in Verbesserungen umzusetzen. Die Autoren haben es geschafft, ein komplexes Thema klar und praxisnah darzustellen – eine wertvolle Hilfe für alle, die das Nutzererlebnis wirklich verstehen wollen.


Autor:innen aus dem "Forschen-im-Norden.de"-Team

Jessica Kollmorgen (Doktorandin, M.Sc. (Promotion an der Universität Sevilla))Jessica Kollmorgen
ist Doktorandin an der Universität Sevilla (Spanien) und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Agile Transformation an der Hochschule Emden/Leer. Sie ist seit 2021 aktives Mitglied der Forschungsgruppe 'Agile Softwareentwicklung und User Experience'. Ihre Forschungsinteressen sind User Experience, UX-Messung und Agile UX. Zuvor erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftsinformatik, während sie parallel in der Backend-Softwareentwicklung tätig war. Anschließend absolvierte sie einen Master-Abschluss in Medieninformatik mit Spezialisierung auf Mobile Computing und Sicherheit an der Hochschule Emden/Leer.


Andreas Hinderks (Prof. Dr.)Andreas Hinderks
arbeitet an der Hochschule Hannover und ist langjähriger Experte im Bereich User Experience (UX). Sein Fokus liegt darauf, UX in Organisationen sichtbar und strategisch nutzbar zu machen. Durch gezielte Methoden aus dem UX-Management unterstützt er Teams dabei, digitale Produkte mit einem hervorragenden Nutzererlebnis zu gestalten. Mit seiner Promotion im Jahr 2021 auf dem Gebiet des UX-Managements und seiner kontinuierlichen Forschung bringt er wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis ein – sowohl in Unternehmen als auch in der Lehre.


Jörg Thomaschewski (Prof. Dr.)Jörg Thomaschewski
arbeitet an der Hochschule Emden/Leer und ist Gründer der Forschungsgruppe "Research Group for Agile Software Development and User Experience". Als Mitentwickler der UEQ-Familie (UEQ-S, UEQ+) hat er praxisorientierte Werkzeuge geschaffen, die weltweit zur Analyse und Optimierung der UX eingesetzt werden. Neben seiner akademischen Tätigkeit berät und schult er Unternehmen in den Bereichen UX-Management und agile Methoden. Sein Ziel ist es, Forschung und Praxis zu verbinden, um Unternehmen bei der Entwicklung benutzerzentrierter digitaler Produkte zu unterstützen.